Ein konservativer Soziologe

buchbeitrag2016

Merkels Zuwanderungspolitik wird gerne als besonders human dargestelt, mitunter sogar als Rettung der deutschen Sozialsysteme. Richtig ist, die Sozialsysteme werden durch Massenzuwanderung einer Belastungsprobe ausgesetzt, das Recht von Merkel mißachtet. Eine konservative Soziologie, für die Helmut Schelsky paradigmatisch steht, ist skeptisch gegenüber sozialen Wandel ohne Recht, setzt auf Erfahrungen und beachtet die Anthropologie als Gegengift zu utopischen Menschenbildern.
– Ein eigener Buchbeitrag über Helmut Schelsky als Paradigma eines konservativen Soziologen, in: Jost Bauch/Harald Seubert (Hg.): In welcher Gesellschaft leben wir?. Nürnberg: Verlag für Theologie und Religionswissenschaft, 2016, S. 69-85

Bücher

Der Brexit im historischen Bewußtsein

11Die Bundeskanzlerin Deutschlands trat am 24. Juni 2016 vor die Kameras und erklärte, die Entscheidung der Briten für einen Brexit müsse mit „historischem Bewußtsein“ mit Schlussfolgerungen bedacht werden. Dies wirft die Frage auf, welches „historisches Bewußtsein“ Frau Merkel hat, um den Brexit einzuordnen. Merkel meint: „Die Idee einer europäischen Einigung war eine Friedensidee“. Zwischen den Zeilen klingt das so, die Briten wollen keinen Frieden, weil sie dieser Friedensidee in ihrer konkreten weltlichen Gestalt EU nicht mehr folgen wollen. Wo den Briten der Schuh drückt, ist dann nachrangig. Mit dieser besserwisserischen Kultur des Weghörens spaltet Merkel Europa immer tiefer, sie ist damit selbst eine Ursache für den Brexit. Merkels historisches Bewußtsein ist befangen, weil sie selbst ein Teil des Problems ist.

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Kleine Giganten

Mammutbaumwald im Ihringer Liliental.Wenn die Temperaturen steigen, bietet sich ein Waldgang an; an einigen Orten Deutschlands können auch Mammutbäume aufgesucht werden. Der erste Sequoiadendron wurde 1858 im hessischen Bensheim gepflanzt. Die ältesten Exemplare gehen oft zurück auf den König Wilhelm I. von Württemberg, der wenig später eine Aussaat von Mammutbäumen besorgte, aus denen sich 8.000 Pflänzchen entwickelten, von denen noch heute 200 im Ländle existieren. Diese Bäume erreichen inzwischen Höhen von bis zu 50 Metern. Das reicht zwar nicht an die tausendjährigen Giganten in Nordamerika heran, imposant sind die über 150 Jahre alten Bäume in deutschen Wäldern allemal – bei Stammumfängen in Brusthöhe von bis zu 8,8 Metern.

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Wider die Wunschwelten

414_04693_166309_xxlPolitik bleibt hinter ihren Möglichkeiten zurück, wenn Wunschdenken und Wirklichkeitsverweigerung sich breit machen. Dann regieren Gesinnungsstreitigkeiten. Diese sorgen für Polarisierung statt für Sachorientierung. Dieses Problem greift neuerdings Thilo Sarrazin in seinem vielbeachteten Buch „Wunschdeneken“ auf; doch die Weichenstellungen dafür reichen mehrere Jahrzehnte in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland zurück und fanden in Helmut Schelsky (1912 – 1984) ihren scharfsinnigen Analytiker und Kritiker. (Zum Buch „Helmuit Schelsky – Wider die Wirklichkeitsverweigerung“).

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