Günter Rohmoser hielt nichts von der postmodernen Beliebigkeit, er formulierte stattdessen ein konservatives Denken im Kontext der Moderne. Auch die in urbanen Unimilieus gerne vergessene Landwirtschaft thematisierte Rohrmoser (deshalb wird er auch vom Verfasser in der Werkanalyse „Auf der Suche nach den Tieren in der deutschen Soziologie“ entsprechend bedacht). Zu seinem Tode im Jahr 2008 hatte ich bereits einen Nachruf geschrieben, unter Rückgriff auf die damals neu erschienene Festschrift zu Rohrmosers 80. Geburtstag. 2027 hätte Rohrmoser bereits seinen 100. Geburtstag. Gegen das Vergessen dieses bemerkenswerten Denkers wird nachfolgend der Nachruf von 2008, der im Netzt nicht mehr zu finden ist, noch einmal hervorgeholt. (VK 09.04.2026)
Von Volker Kempf
Günter Rohrmoser wurde 1961 mit seiner Habilitationsschrift über Subjektivität und Verdinglichung. Theologie und Gesellschaft im Denken des jungen Hegel zu einem Hochschulgelehrten, dem allerdings die seltene Gabe eigen war, die Selbstbezüglichkeit der akademisch etablierten Philosophie zu sprengen. Philosophie wurde in Rohrmosers Denken zu dem, was sie ursprünglich schon immer war: Liebe zur Weisheit. Damit erinnert Rohrmoser an Sokrates, der Denken mit dem Mut verband, notfalls auch allein gegen alle zu stehen. Continue reading Günter Rohrmoser (1927-2008)