Der nachstehende Text wurde bereits 2008 zum Tode des Philosophen Günter Rohrmoser geschrieben. Nächstes Jahr wäre bereits sein 100. Geburtstag. Das sollte nicht vergessen werden. (VK 08.04.2026)
Von Volker Kempf
Günter Rohrmoser wurde 1961 mit seiner Habilitationsschrift über Subjektivität und Verdinglichung. Theologie und Gesellschaft im Denken des jungen Hegel zu einem Hochschulgelehrten, dem allerdings die seltene Gabe eigen war, die Selbstbezüglichkeit der akademisch etablierten Philosophie zu sprengen. Philosophie wurde in Rohrmosers Denken zu dem, was sie ursprünglich schon immer war: Liebe zur Weisheit. Damit erinnert Rohrmoser an Sokrates, der Denken mit dem Mut verband, notfalls auch allein gegen alle zu stehen. Continue reading Günter Rohrmoser (1927-2008), Ansporn und Vorbild
Bei der Parlamentarischen Versammlung des Europarates in Straßburg gab es bei einem Besuch Ende Januar 2026 zunächst die Wahlen zum Präsidenten des Gremiums mitzuverfolgen. Auch wichtige Menschenrechtsthemen kamen zur Sprache. Ideologie- und Machtkämpfe wurden umso deutlicher, je länger die Sitzungswoche dauerte. Auch gemauert wurde, genauer an einer „Brandmauer“, wie sie in Deutschland schon gegen die AfD hochgezogen wurde. Bemerkenswert ist, dass selbst die Tiere nicht vergessen wurden, von der schwedischen Präsidentschaftskandidatin Victoria Tiblom aus der Fraktion der Konservativen und Patrioten, zu der auch die vier Vertreter aus der AfD-Bundestagsfraktion gehören. Den ausführlichen Bericht gibt es hier in der Rubrik:
„Aber wie ein Dunst lagert ein Gemisch von Schlagworten und veralteten Ideologien über der Wirklichkeit. Es fehlt am ursprünglichen, spontanen Fragen.“ (Walter Eucken)




Die Bundeskanzlerin Deutschlands trat am 24. Juni 2016 vor die Kameras und erklärte, die Entscheidung der Briten für einen Brexit müsse mit „historischem Bewußtsein“ mit Schlussfolgerungen bedacht werden. Dies wirft die Frage auf, welches „historisches Bewußtsein“ Frau Merkel hat, um den Brexit einzuordnen. Merkel meint: „Die Idee einer europäischen Einigung war eine Friedensidee“. Zwischen den Zeilen klingt das so, die Briten wollen keinen Frieden, weil sie dieser Friedensidee in ihrer konkreten weltlichen Gestalt EU nicht mehr folgen wollen. Wo den Briten der Schuh drückt, ist dann nachrangig. Mit dieser besserwisserischen Kultur des Weghörens spaltet Merkel Europa immer tiefer, sie ist damit selbst eine Ursache für den Brexit. Merkels historisches Bewußtsein ist befangen, weil sie selbst ein Teil des Problems ist.