Was die AfD will?

Wer nach vier Jahren noch nicht weiß, was die AfD will, dem bietet der Buchmarkt eine Schrift des FAZ-Journalisten Justus Bender an: „Was will die AfD? Eine Partei verändert Deutschland.“  Es handelt sich um eine beredte Betrachtung aus dem Establishment im geistigen Gleichklang mit den Altparteien. Wer das sucht, wird zufrieden sein.

Ein paar namhafte Gestalten werden aus der AfD aufgegriffen und im Tone der Überführung zitiert. Die sicher nicht von der Hand zu weisende Bedeutung des Internets wird behandelt, auch Schwierigkeiten mit oft unerfahrenem Personal eine Partei – bis in die Untergliederungen hinein – aufzubauen. Was fehlt sind die Eindrücke, die starke Gastredner wie der frühere tschechische Staatschef Vazlav Klaus 2016 auf dem Bundesparteitag in Stuttgart hinterlassen haben. Warum erfährt die AfD von Claus und anderen Persönlichkeiten so viel Unterstützung, nicht jedoch Merkels Euro- und Zuwanderungspolitik? Das wären spannende Fragen. Oder warum gibt es die AfD überhaupt, welches Versagen der Altparteien liegt dem zu Grunde? Das bleibt meist im Hintergrund und kommt einer Immunisierungsstrategie für die Altparteien gegen berechtigte Kritik gleich. Die Altparteien haben die Probleme geschaffen, die heute immer deutlicher hervortreten, und sie sind damit selbst ein Teil der Probleme, nicht ihrer erfolgreichen Behandlung.

Die AfD wurde und wird noch immer in Politik und Medien mit der „Rechtskeule“ behandelt, statt nach berechtigter, konstruktiv gemeinter Kritik zu fragen. So wird das nichts mit Deutschland, die Alternative für Deutschland ist im Gegenteil genau damit unentbehrlicher als noch zu ihrer Gründung vor vier Jahren. Immerhin wird hier und da, scheibchenweise, das Programm der AfD kopiert.

Wer das Original, die AfD, kennenlernen will, so wie sie wirklich ist, der erhält einen ungefilterten Eindruck vor Ort auf Veranstaltungen der Partei und durch die Lektüre des Programms. Auch YouTube bietet aussagekräftige Mitschnitte. Zeit ist dafür noch genug, bis zur Bundestagswahl am 24. September. Und ja, Deutschland kann Veränderung gebrauchen. Der CDU-Slogan „weiter so, Deutschland“ ist von gestern. (V.K.)

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Vazlav Klaus auf dem AfD-Bundesparteitag 2016 in Stuttgart, hier.

Grundsatzprogramm der AfD, hier.

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