Die Alternative: Taten statt Symbolpolitik

Hundert Umweltpreisträger aus 40 Staaten trafen sich im März zum Internationalen Umweltkonvent in Freiburg. Als Hauptthema setzte die Europäische Umweltstiftung das Problem der politischen Verfolgung von Naturschützern. Ein lohnendes Thema, gerade aus deutscher Sicht: der Zusammenbruch der DDR hatte auch viel mit den katastrophalen Umweltzuständen dort zu tun. Heute agieren Umweltaktivisten weltweit zwischen Politik und Märkten, je nach System ist auch das mit Risiken verbunden. Ex-Bundespräsident Horst Köhler hielt den Eröffnungsbeitrag und sprach von Doppelmoral westlicher Industrienationen, da hehre Ziele verkündet, aber nur wenige Taten folgen würden. Globale Beispiele findet Köhler genug.

Aber warum so weit in die Ferne schweifen, wenn der Anschauungsunterricht für Doppelmoral ist so nah? Die grüne „Öko-Hauptstadt“ Freiburg rodete 2016 für Flüchtlingsunterkünfte ein Wäldchen in Landwasser, wo sonst niemand bauen durfte. Dann pflanzten während der Umweltkonferenz Schüler 160 Bäume ganz in der Nähe in Mooswald. Der Witz ist, daß besagte Unterkünfte auf dem gerodeten Areal in Landwasser angeblich gar nicht mehr benötigt werden. Die Bäume sind gleichwohl weg, Bauland ist entstanden. Das reicht aber nicht. Weiteres Bauland auf grüner Wiese soll für 12.500 Bewohner entstehen, zu Lasten der Landwirtschaft.

Das unorganische Wachstum ist das Problem von Freiburg und der Welt. Natur muß weichen, während der Energiehunger steigt. Freiburg reagiert auf die Öko-Misere mit der Einführung von Pfand-Kaffeebechern. Das zeigt, wie sehr das Thema Umweltschutz gerne auf der symbolischen Ebene stattfindet, während es an den von Köhler genannten Taten fehlt.

Internationaler Umweltkonvent: european-environment-foundation.eu

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