Die Farbe des Jahres ist blau

Das Bundestagswahljahr 2017 ist nun auch kalendarisch zu Ende. Der  24. September schrieb mit dem Einzug der AfD in den Bundestag Geschichte. Von „Jamaika“ (schwarz, grün, gelb) und von Schwarz-Rot ist seither viel die Rede; aber die Farbe des Jahres ist die Farbe der AfD, blau. Hinter diesem Erfolg steckt viel Arbeit, vor Ort von vielen geleistet.

In Südbaden wurde dieser Abend mit einer Wahlparty im Freiburger SWR-Gebäude bedacht. Erste Reaktionen wurden von den Freiburger Kandidaten in die Mikrofone gegeben. Der CDU-Kandidat musste sich indes noch eine Weile gedulden, ob es für das Direktmandat reicht. Es reichte. Die Grünen-Kandidatin zog über die Landesliste trotzdem ein, ebenso der Kandidat der Partei Die Linke. Die letzten beiden Parteien haben in Freiburg ihre westdeutschen Hochburgen. Fast gleich viel Stimmen des Linken- und AfD-Kandidaten im Wahlkreis Freiburg war schon einmal ein Ausrufezeichen und damit der Wahlabend eine runde Sache.

Deutschland wird sich verändern. Das war sofort klar als auf dem TV-Bildschirm 13 Prozent für die AfD zu sehen waren (letztlich sollten es 12,6 Prozent werden). Die „Konsenssoße“ (Paul Nolte) wurde von der AfD bundesweit durchbrochen. Bei den Kandidatenreaktionen löste das – in Freiburg vielleicht etwas mehr als anderswo – Antifa-Reflexe aus. Das reichte von den Kommentaren des Vertreters von Die Linke über Die Grünen und SPD bis hin zur FDP. Der CDU-Vertreter kokettierte damit zumindest. Was haben die Altparteien damit erreicht?

Albrecht Glaser.

Nach über einem viertel Jahr läßt sich bilanzieren, es wurde von den Kartellparteien ein AfD-Bundestags-Vizepräsident, Albrecht Glaser, verhindert. Ansonsten reichte es nur zur Diätenerhöhung. Das sagt eigentlich schon fast alles über jene Parteien.

Die Bundestagsabgeordneten der AfD traten hingegen mit dem Reiz des Neuen auf die Bühne, sie liefern sachkundige Beiträge. Das war nicht anders zu erwarten, stieß diese Ankündigung am 24. September beim SWR auch noch auf ungläubiges Staunen. Die Wirklichkeit ist eben anders als von den Medien durch selektive Wahrnehmung vermittelt wurde. Daran ändern auch individuelle Besonderheiten nichts, die die AfD durchaus auch zu bieten hat bzw. mit Frau Petry und ihrem kuriosen Abgang prominent zu bieten hatte. Man braucht bei der AfD eben manchmal humor, wie Jörg Meuthen erklärte.

Jeder Wähler kann nun im Fernsehen mitverfolgen, was die 92 Abgeordnete starke AfD-Fraktion liefert. Parlamentsdebatten werden nun wieder interessant. Das ist gut für die parlamentarische Demokratie, das Interesse an ihr dann auch so groß wie schon lange nicht mehr, wie die Presse heuer meldet.

Thomas Seitz (links) nach seiner Nominierung im Wahlkreis Emmendingen-Lahr mit Gratulant Volker Kempf.

Alt sehen die Altparteien aus, die noch immer nichts Konstruktives hinbekommen. Aber es gibt eine Alternative, die Alternative für Deutschland. Der Einsatz im Wahljahr 2017 hat sich gelohnt. Mit Thomas Seitz (Ortenau) ist auch zumindest einer aus Südbaden als Abgeordenter in Berlin mit dabei.

2018 wird gleichwohl, mit oder ohne Neuwahlen, nicht einfach. Das Politikversagen reicht bis in die Landesparlamente. Das bekommen vor allem die Kommunen als letzte Instanz zu spüren, nicht zuletzt auch in Südbaden. Wir bleiben auf Kurs.

Ihr Volker Kempf

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Der Wahlabend beim SWR in Freiburg: ( https://www.swr.de/swraktuell/bw/suedbaden/nach-der-wahl-in-suedbaden-keine-unterscheidbarkeit-wahrgenommen/-/id=1552/did=20330418/nid=1552/1lpem2g/index.html )

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